Heilandskirche Bernau

Die Geschichte der zweiten Predigtstelle unserer Gemeinde - der Heilandskirche in Bernau - beginnt bereits im Jahre 1923 mit der Gründung des Evangelischen Vereins in Bernau, der nach dem Ende des zweiten Weltkriegs die Hauptinitiative zum Bau der Heilandskirche übernommen hatte. "Eine Gemeinde ist verantwortlich für ihr Gotteshaus. Im Bewusstsein dieser Verantwortung schließt sich die Gemeinde in Bernau zu einem Verein zusammen" heißt es in der Präambel seiner Satzung. Es ist zu einem bedeutenden Teil der Verdienst des evangelischen Vereines, dass die Heilandskirche in Bernau bereits am 3. Juni 1956 eingeweiht werden konnte.

Wie in Aschau erforderte auch in Bernau die stark ansteigende Zahl evangelischer Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg bald den Bau einer eigenen Kirche. So konnte bereits im Oktober 1955 Grundsteinlegung gefeiert werden - am dritten Juni des folgenden Jahres Einweihung. 40 Jahre später - am 19. Mai 1996 - wurde der neue und stark erweiterte Gemeindebau fertiggestellt.

Die Kirche , mit ihrem halbkegelförmigen Zeltdach, gedeckt mit Schiefer und dem freien Glockenstuhl, war das Werk des Traunsteiner Architekten von Kotzebue. Der neue Anbau sollte sich wie bisher dem Kirchenbau unterordnen. Dies wurde dadurch erreicht, dass das Dach der Kirche wie bisher seine "Fittiche" über den Anbau ausbreitete.

Der sakrale Innenraum mit seiner abgestumpften Kegel- Holzdecke wird von der Glasmalerei mit dem Beginn des 23.Psalms und dem Mosaik "Der gute Hirte" beherrscht. Die schützende Hand des Hirten über der Kreatur vermittelt dem Besucher den Eindruck des Geborgenseins unter Jesus.

Der Gedanke des Psalms begegnet uns wieder in den 1962-1964 entstandenen Glasfenstern.

Mittelpunkt der Heilandskirche ist der der "Gute Hirte", ein in der Art eines römischen Wandmosaiks, 1959 geschaffenes Wandbild, des Priener Künstlers Markus von Gosen

Foto: Carsten Lewerentz
Foto: Carsten Lewerentz

Schließlich setzt er sich am Lesepult der Kanzel fort. Das 1996 gebaute Pfarrzentrum erhielt sein farbliches Konzept von Martin Remigius Lauber, einem freischaffenden Künstler. Vier Farben, türkisgrün, helles Flieder, ultramarinblau, und Rottöne liegen der Farbgestaltung innen und aussen zugrunde.

Das Türkisgrün auf den tragenden Teilen gliedert die Architektur und symbolisiert Erdverbundenheit, Festigkeit und Hoffnung. Es ist Stütze und Fundament für die sich durch weiße Lasuren öffnenden und nach oben strebenden Decken.

Das Ultramarinblau, eine königliche Farbe am Haupt- und Zentraldachträger, symbolisiert: im Mittelpunkt allen Lebens und Seins können wir sicher sein, alles ist getragen von der göttlichen Kraft.

Das helle Flieder, verwendet an den Fenstern, symbolisiert dass wir eine nach innen wie nach außen schauende, ekennende und suchende Gemeinde sind. Durch unsere Religion - unserem Wunsch und Ziel Gott näher zu sein, sind wir gemeinsam auf dem Weg.

Das am Dach und den Schiebetüren verwendete Rot soll symbolisieren, dass wir Menschen in der göttlichen Liebe getragen sind. Nehmen wir sie an, wird sich auch unsere Liebe entwickeln und steigern.