Friedenskirche Aschau

Die Geschichte der Friedenskirche in Aschau beginnt im Jahre 1937 mit einem Brief des damaligen Vikars von Prien an den Vertragsarchitekten des Evang. luth. Kirchenrats mit der Bitte, die ortsansässigen Protestanten mit dem Bau einer eigenen Kirche aus dem "dunklen, unfreundlichen Schulzimmer" zu befreien. "Mit 5000,- Reichsmark müsste man doch etwas Bescheidenes, aber Würdiges bauen können". Obwohl die Bauarbeiten immer wieder für mehrere Monate ruhen mussten, war es doch möglich bereits am 2. Juni 1941 Einweihung zu feiern. Die Friedenskirche in Aschau gehört somit zu den wenigen bayrischen Kirchen, die in der Zeit des Nationalsozialismus begonnen und fertiggestellt wurden.

Friedenskirche Aschau im Jahre 1941...
... und im Jahre 1959

Nach Kriegsende stieg die Zahl der protestantischen Christen im Priental schlagartig an. Grund dafür war vor allem die nicht unbedeutende Zahl evangelischer Flüchtlinge aus dem Osten Deutschlands. Kaum verwunderlich, dass bereits 1955 über Anbaumaßnahmen nachgedacht wurde. Pfingsten 1965, war es dann soweit. Die erweiterte evangelische Dorfkirche mit angrenzendem Pfarrhaus wurde eingeweiht. Zahlreiche Stiftungen, beispielsweise der Kirchenglocke, der Altarbibel und der Orgel ermöglichten den fortlaufenden Ausbau der Kirche. Das Ergebnis der Bemühungen möchten wir Ihnen nun in einer kurzen Bilder - Führung durch die Friedenskirche Aschau näher bringen.

Die Friedenskirche liegt etwas zurückgezogen am Rande Aschaus mit herrlichem Blick auf das Schloss Hohenaschau und dei Kampenwand. Da sich auch die Gemeinde Aschau - Bernau an dem Projekt "offene Kirchen" beteiligt, bietet diese Lage Wanderern die Möglichkeit auf ihrem Weg Einkehr und Besinnung zu finden.

Das runde Fenster, das im Licht der Morgensonne dem Raum farbige Wärme gibt, hat die Münchner Künstlerin Sigrid Schlyter entworfen. Es zeigt ein Kreuz in der Form des eisernen Kreuzes der Soldaten, die damals im Feld standen, mit fünf runden Bildern aus dem Leben Jesu: In der Mitte die Auferstehung. Der aus dem Grab aufsteigende Christus breitet segnend die Arme aus. Darunter die Geburt, darüber Pfingsten, links die Auferweckung des Lazarus und rechts der Gebetskampf in Gethsemane. In den vier spitzen Segmenten, den Leerformen des Kreuzes sind vier Cherubim. Sie sind zugleich Symbole der in Christus vereinten vier Ämter, mit denen Gott Israel führte (Prophet, König, Priester, Richter) als auch der vier Evangelisten. Es scheint, als würde jeder Jesus von einer anderen Seite zeigen.

Für die Gestaltung der Altarwand wurde der junge Aschauer Künstler Jörg Gaier gewonnen. Sie stellt den Einzug Jesu als Friedenskönig auf dem Esel dar. Mit der Andeutung einer Königskrone auf dem Haupt und erhobener Segenshand, reitet er durch die Volksmenge, die auf der einen Seite Palmzweige huldigend schwingt und auf der anderen Seite die Fäuste ballt. Auf dem Hintergrund einer silbernen Mandorla als Symbol der himmlischen Erlösung schwebt über seinem Haupt in zwei Balken die Andeutung des Kreuzes und darüber die der Sonnenfinsternis wie eine bedrohliche Wolke.

Mit dem 2000 errichteten Gemeindehaus bekam die Friedenskirche Aschau einen wichtigen Treffpunkt und Platz für die verschiedenen Gemeinde- Gruppen und Feste.